Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit http://soziologie.posterous.com Most recent posts at Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit posterous.com Fri, 25 Nov 2011 04:55:00 -0800 Ehepaar Beck über Fernbeziehungen http://soziologie.posterous.com/ehepaar-beck-uber-fernbeziehungen http://soziologie.posterous.com/ehepaar-beck-uber-fernbeziehungen

DIE ZEIT interviewt Elisabeth Beck-Gernsheim und Ulrich Beck zu ihrem neuen Buch über Fernbeziehungen.

Beide sind sehr erfahren in Fernbeziehen, Ulrich Beck lehrt in London und seine Frau in Trondheim, Norwegen.

Für Beck gibt es zwei Feinde der Liebe: die Nähe und die Ferne. Dennoch sagt er wörtlich:

 

„Unsere Zeit ist noch radikaler, also noch romantischer: Die Liebenden befreien sich nun auch von den Fesseln des gemeinsamen Ortes, der gemeinsamen Sprache, der gemeinsamen Staatsangehörigkeit.“

 

Fernliebe sei  eine Liebe ohne Sexualität und ohne Alltag. Diese Liebe, die über Email, Facebook und Skype stattfände, brauche Vertrauen, Regelmäßigkeit und Planung. Diese Mischung aus Freiheitswunsch und Vertrauensforderung wirke wie die Quadratur des Kreises. Letztendlich müsse sich das Fernbeziehungspaar diesen Herausforderung stellen, sie würden nicht von selbst gelöst. Wichtig wäre das Lieben von Unterschieden.


 

 

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Mon, 07 Nov 2011 07:29:00 -0800 Habermas: Rettet die Würde der Demokatie http://soziologie.posterous.com/habermas-rettet-die-wuerde-der-demokatie http://soziologie.posterous.com/habermas-rettet-die-wuerde-der-demokatie

In der FAZ kommentiert Jürgen Habermas einen Artikel von Frank Schirrmacher, der die Referendumsforderung aus Athen als Verramschung der Demokatie bezeichnet, und fordert somit die Rettung der Würde der Demokratie.

 

 

Papandreou stellt für Habermas ein Politikertyp dar, der am Spagat zwischen Bürger/Demokratie und Finanzexpertum scheiterte. Nach der Aufgabe des Referendumsvorhabens schnellte der Euro und Leitindizes der Börse in die Höhe.  Er habe sich den Verdienst erarbeitet, den Konflikt zwischen Euro-Staaten und Banken für wenige Schrecksekunden in „jene Arena zurückgeholt, wo aus Betroffenen Beteiligte werden können“.

 

Das griechische Desaster sei eine deutliche Warnung an den postdemokratischen Weg von Merkel und Sarkozy. Es müsse darüber hinaus auf supranationaler Ebene politische Handlungsfähigkeit hergestellt werden, vor allem um Beschlüsse global durchzusetzen.

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Fri, 09 Sep 2011 08:45:00 -0700 Hans-Ulrich Wehler zum 80.Geburtstag http://soziologie.posterous.com/hans-ulrich-wehler-zum-80geburtstag http://soziologie.posterous.com/hans-ulrich-wehler-zum-80geburtstag

Der Tagesspiegel portraitiert zum 80. Geburtstag die soziologische Seite des bekannten Historikers Hans-Ulrich Wehler.

Dabei habe ich erfahren, dass er mit Jürgen Habermas die Schulbank drückte. Mir gefällt besonders gut an Wehler, dass er ein Historiker ist, der Forderungen an die Politik und Gegenwart stellt und nicht nur Geschichte beschreibt. Das soll vor allem in seinem fünfbändigen Opus Magnum „Deutschen Gesellschaftsgeschichte“ deutlich sichtbar sein, das ich zugegebenermaßen noch nicht vollständig gelesen habe.

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Sat, 03 Sep 2011 00:39:00 -0700 Beck über protestierende Europäer http://soziologie.posterous.com/beck-uber-protestierende-europaer http://soziologie.posterous.com/beck-uber-protestierende-europaer

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Im Spiegel 34/2011 (ohne Link) verfasst Ulrich Beck ein Essay über empörte Europäer und wie zusammen gewonnen oder einzeln verloren werden kann.

(Bin gerade nur mit SmartPhone unterwegs, kann nicht länger schreiben)

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Wed, 24 Aug 2011 13:08:47 -0700 Süddeutsche Zeitung 24.08.11 http://soziologie.posterous.com/suddeutsche-zeitung-240811 http://soziologie.posterous.com/suddeutsche-zeitung-240811
Handynotiz:

- Portrait über Rudolf Stichweh zum 60.Geburtstag
- Lepsius über Max Weber,Hitler und Charisma
- Rezension von Axel Honneths Buch "Das Recht der Freiheit"
- Nachrufe auf den studierten Soziologen und Ehrenmitglied der DGS Loriot, Vicco von Büloe

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Wed, 10 Aug 2011 08:10:49 -0700 LondonRiots: Aufruhr der Konsumgesellschaft http://soziologie.posterous.com/londonriots-aufruhr-der-konsumgesellschaft http://soziologie.posterous.com/londonriots-aufruhr-der-konsumgesellschaft

In der WeltKompakt wird der Soziologe Paul Bagguley von der Uni Leeds zu den augenblicklichen London Riots befragt, die für ihn sowohl aus Männern in Straßenschlachten als auch aus plündernden Frauen und Kindern bestehen.

Die Randalierer hätten  zwar keine  politische Agenda, seien jedoch mit der Politik und deren Vertretern unzufrieden, die als Elite kein Interesse mehr an den Problemen der Bürger habe. Die Entfremdungsproblematik habe sich enorm verstärkt

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Sat, 30 Apr 2011 01:33:00 -0700 Nassehi über Potenz der Populisten http://soziologie.posterous.com/nassehi-uber-potenz-der-populisten http://soziologie.posterous.com/nassehi-uber-potenz-der-populisten

Heute schreibt Armin Nassehi  in der SZ über den Erfolg der populistischen Partei „Wahre Finnen“ in Finnland.  

 

Interessanterweise seien populistische Parteien modern als auch unmodern. Unmodern, weil sie mit dem Pluralismus in Gesellschaft nicht zurecht kämen. Als modern könnten sie beschrieben werden, da sie wie eine Schicksalsgemeinschaft Solidarität unter Fremden stifteten. Komplexe gesellschaftliche Probleme würden auf leicht verständliche, einfache Nenner und Lösungen gebracht, die schneller seien als langsame politische Verfahren. Nassehi bezeichnet Demokratie als "Langsamkeitsgenerator", da Unterbrechungen und Kompromisse in Entscheidungsverfahren eingebaut würden.

 

Potent seien populistische Parteien deshalb, weil der Gemeinschaftsaspekt in einer Welt der Unübersichtlichkeiten und unplausiblen Entscheidungen wichtiger werde. Aus Sachdebatten würden Probleme der Zugehörigkeit. Das lasse sich sehr deutlich ablesen bei den „Wahren Finnen“, die sehr europakritisch und migrantenfeindlich seien.

 

 

 

 

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Wed, 27 Apr 2011 01:39:00 -0700 Ulrich Beck vergleicht Tschernobyl mit Fukushima http://soziologie.posterous.com/ulrich-beck-vergleicht-tschernobyl-mit-fukush http://soziologie.posterous.com/ulrich-beck-vergleicht-tschernobyl-mit-fukush

In der FAZ wird der Risikoforscher Ulrich Beck anlässlich des 25. Jahrestages von Tschernobyl interviewt.

Fukushima könnte nicht mehr wie Tschernobyl den Sozialisten die Schuld zugewiesen werden, da die japanischen Sicherheitsstandards den Deutschen gleichen. Fukushima würde die Herzen der Menschen berühren, weil es ein globaler medialer Livekrimi sei, der in jedem Wohnzimmer stattfände.

 

Die Bundesregierung habe einen enormen Vertrauensverlust erzeugt, als aus monetären Gründen ein Ausstieg aus dem Atomausstieg vollzogen wurde. Nun würde der neue Ausstieg – nach Fukushima – als konsensbildendes nationales Gemeinschaftsprojekt inszeniert.

 

Bei atomaren Katastrophen versagten die kognitiven Instrumente von Kausalität und Verantwortung. Wie bei einer Bankenkrise würden die Kosten eines GAUs auf den Steuerzahler abgewälzt. Damit wäre die Kernkraft eine staatssozialistische Industrie.

 

In Risikogesellschaften (so auch der Titel von Becks Buch, das kurz nach Tschernobyl erschienen ist) würden Unsicherheiten depolitisiert und Abwicklungsroutinen könnten moralische Sprengkräfte neutralisieren. Das hätte in Fukushima nicht mehr funktioniert, Hilfsmaßnahmen wirkten chaotisch und dieser Fortschrittsvertrag ausgehebelt.

 

Ulrich Beck wird zu seiner Rolle in der Ethikkommission Atomkraft befragt und stellt klar, dass keine ethischen Gebote mehr aufgestellt werden könnten. Es ginge nicht um demokratische Partizipation bei Entscheidungen. Zitat Beck: 

„Ein Großteil der neueren technischen Entwicklung bewegt sich jenseits der Versicherungsgrenze. Genetische Labors, atomare Forschungsinstitute oder auch neue Produkte aller Art sind einfach nicht privat versichert. Wenn sie aber keine private Versicherung haben, müssen sie zum öffentlichen Thema werden“ 

 

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Fri, 08 Apr 2011 00:07:14 -0700 Habermas:Merkels von Demoskopie geleiteter Opportunismus http://soziologie.posterous.com/habermasmerkels-von-demoskopie-geleiteter-opp http://soziologie.posterous.com/habermasmerkels-von-demoskopie-geleiteter-opp

In der SZ verfasst Jürgen Habermas einen Gastbeitrag zu Merkels Politik.

Er bringt ihren aktuellen demoskopiefokussierten Politikstil in Verbindung mit einer Wortschöpfung der New York Times über George W.Bush: post-truth democracy

Habermas schreibt:
„In dem Maße, wie die Politik ihr gesamtes Handeln von der Konkordanz mit Stimmungslagen abhängig macht, denen sie von Wahltermin zu Wahltermin hinterherhechelt, verliert das demokratische Verfahren seinen Sinn. Eine demokratische Wahl ist nicht dazu da, ein naturwüchsiges Meinungsspektrum bloß abzubilden; vielmehr soll sie das Ergebnis eines öffentlichen Prozesses der Meinungsbildung wiedergeben.“

Die großen Ideen wären nicht mehr sichtbar in der Regierung, die Bürger spürten die normativ entkernte Politik, der es nur um den nächsten Wahlerfolg ginge.

Habermas beobachtet die Entwicklung von Polit-Talkshows und nimmt ein Zusammenwachsen der politischen und medialen Klasse wahr.

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Thu, 07 Apr 2011 23:16:00 -0700 Dirk Baecker: was haben heutige Liberale mit Liberalismus zu tun? http://soziologie.posterous.com/dirk-baecker-was-haben-heutige-liberale-mit-l http://soziologie.posterous.com/dirk-baecker-was-haben-heutige-liberale-mit-l

 

Dirk Baecker spricht im SWR-Interview  über Zukunftsfähigkeit, Panikkonstrukte und die Frage, was heutige Liberale mit Liberalismus zu tun haben.

Neoliberalismus ist für ihn ein Panikkonstrukt, weil sich der westliche vom östlichen Liberalismus bedroht fühlt.

Liberale Denker wie Hayek gingen davon aus, dass die Gesellschaft Fehler von Indidividuen wieder ausgleichen und korrigieren könnten. Liberales Denken und auch die FDP ging, so Baecker, jedoch nicht von dem Fall aus, dass ganze Staaten und Großorganisationen wie Banken massive Fehler machten.

Interessante Frage für Baecker: Wieviel staatliches bzw kollektives Handeln brauchen wir heute, um den schwachen freien Willen des Einzelnen  entgegenzutreten?

/via @autopoiet

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Sun, 03 Apr 2011 22:26:00 -0700 Ulrich Beck über Fukushima, Restrisiko und Verglühen des Sicherheitsmythos http://soziologie.posterous.com/ulrich-beck-uber-fukushima-restrisiko-und-ver http://soziologie.posterous.com/ulrich-beck-uber-fukushima-restrisiko-und-ver

Beckwp_000407
Im Focus 13/2011 schreibt der Münchner Soziologie Ulrich Beck über die Katastrophe im AKW Fukushima, das Verglühen des Sicherheitsmythos und schließt mit seinen Ausführungen an sein Buch "Risikogesellschaft" von 1986 an, welches nach Tschernobyl erschienen ist. In einer Weltrisikogesellschaft seien Risiken nicht mehr national, nicht mehr versicherbar und Haftung nicht mehr zurechenbar. Regelsysteme der nationalen Kontrolle verhielten sich wie eine Fahrradbremse zum Interkontinentalflugzeug. Von Naturkatastrophen könne man jedoch nur im Bezugshorizont menschlicher Zivilisation sprechen, Natur kenne nur Veränderungsprozesse.

Seit dem 18.Jahrhundert gäbe es den Mythos und Siegeszug des versicherten Lebens, der mit Fukushima verglüht sei. Beck stellt darüber hinaus auch ein Rechtsystem in Frage, das Kleinstgefahren präzise regele, aber eine Großgefahr als theoretisches Restrisiko legalisiere und zumute. Wer definiere denn Restrisiko? Beck wandelt die bekannte Frage von Marx ab: Wer kontrolliere denn die Kontrolleure der Kernindustrie?

Für Ulrich Beck ist es nicht nur eine Krise der Kernindustrie, sondern eine Krise der Verantwortlichkeit, in der das Primat der legitimierten Politik zurückgewonnen werden müsse.

 EDIT:
In der TAZ vom 01.April wird Ulrich Beck zu diesem Thema interviewt. Beck sitzt übrigens in der von der Bundeskanzlerin neu einberufenenen "Ethik-Kommission für sichere Kernenergie" (Dank an Uwe Marquardt für den Hinweis)

 

 

 

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Fri, 04 Feb 2011 02:21:00 -0800 Uni Bielefeld kauft Luhmann Nachlass http://soziologie.posterous.com/uni-bielefeld-kauft-luhmann-nachlass http://soziologie.posterous.com/uni-bielefeld-kauft-luhmann-nachlass

Eine aufmerksamkeitserregende Überschrift findet DIE WELT zum Kauf des Luhmannschen Nachlasses der Universität Bielefeld: „Karteileichen pflastern seinen Weg“. Der Zettelkasten hat in der deutschen Geistesgeschichte legendären Charakter,  Luhmann selbst hatte eine fast partnerschaftliche Beziehung zu seinen zehntausenden, meist handgeschriebenen Zetteln. Nachdem ein jahrelanger Rechtsstreit um die 20 Zettelkästen beendet worden ist, konnte die Uni Bielefeld den Nachlass zu einem mir nicht bekannten Preis kaufen.

Vor allem ist spannend zu beobachten, ob Luhmannianer mit diesem Erbe produktiv etwas anfangen können oder ob diese antiquierte Methode des Wissensmanagements nur für den Meister selbst benutzbar war.

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Sun, 30 Jan 2011 04:55:00 -0800 Zygmunt Bauman: Konsum macht einsam http://soziologie.posterous.com/zygmunt-bauman-konsum-macht-einsam http://soziologie.posterous.com/zygmunt-bauman-konsum-macht-einsam

Die SZ interviewte in der heutigen Ausgabe Zygmunt Bauman über das Streben nach Glück und Fallen beim Konsumdenken. Menschen würde immer mehr als Produkte wahrgenommen werden und die Gesellschaft würde anhand von Konsumkriterien nach Innen und Außen unterschieden werden. Konsum sei der Mitgliedsbeitrag für die Gesellschaft .   Bekannter Trick beim Konsum sei es, immer neue Sehnsüchte zu wecken, die als Sucht endeten.


Bei multimedialen Gadgets würde das Geld verloren gehen, das man über lange Zeit in Apps gesteckt habe, wenn man Rückzug aus Konsum antrete. Die Kosmetikindustrie mache klar, dass wenige, dünne Wimpern ein Problem seien und biete Produkte als Abhilfe an, die auch wirken. Lasse der Konsum jedoch nach, fielen neuen Wimpern wieder aus. So entstünden laut dem bekannten polnischen Soziologen Abhängigkeiten und Süchte.


Die größte Bedrohung für eine Gesellschaft, die das Glück zur höchsten Maxime erklärt habe, sei ein wunschlos glücklicher Kunde. Er kaufe ja nichts mehr ein. 

 

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Sat, 25 Dec 2010 07:17:00 -0800 Weihnachten als Ritual http://soziologie.posterous.com/weihnachten-als-ritual http://soziologie.posterous.com/weihnachten-als-ritual

Heute beschreibt Tilman Allert (Prof für Soziologie in Frankfurt) in der FAZ das Weihnachtsritual soziologisch.

 Die Gegensätze Ritualzumutung mit Ritualgenuss werden auf einzigartige Weise kombiniert und schaffen Anziehungskraft. Simmel würde die weihnachtliche Geselligkeit als Kunstwerk deuten, in dem die moderne Gesellschaft ihre eigene Funktionsweise spiegelt. Weihnachten diene demnach als Lehrstück für elementare Umgangsformen sozialen Lebens.

Nicht jeder verstehe diese Ritualität, oft werde sie naiv unreflektiert praktiziert oder abgelehnt. Es komme zur Flucht vor Weihnachten (meist mit Urlaub im Warmen verbunden) oder zu Vermeidungsszenarien (keine Weihnachtslieder mitsingen, Quatschen in der Kirche, keine Geschenke kaufen)

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Fri, 19 Nov 2010 00:19:00 -0800 Brief an Luhmann, den Herr der Systeme http://soziologie.posterous.com/brief-an-luhmann-den-herr-der-systeme http://soziologie.posterous.com/brief-an-luhmann-den-herr-der-systeme

Stefan Lüddemann schreibt heute in der Osnabrücker Zeitung einen Brief an den verstorbenen Niklas Luhmann. Er spekuliert, wie Luhmann in seinen kühlen Art auf seine Nachbarn gewirkt haben möge. Luhmann wird unterstellt, er habe Menschen oft als unangenehm nah empfunden und daher eine abstrakte Systemtheorie entwickelt, in der der Mensch selbst kaum vorkomme. Für die Leistung, eine Theorie der Gesellschaft mit keinen Kosten zu entwickeln (das war der Anspruch Luhmanns beim Lehrstuhl-Antritt) ,bewundert ihn Lüddemann. In der heutigen Zeit, wo die Ökonomie explodiere, bräuchten wir Luhmann dringend.


 

/ via Autopoiet

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Mon, 01 Nov 2010 09:02:19 -0700 Was würde Luhmann zu Stuttgart 21 sagen? http://soziologie.posterous.com/was-wurde-luhmann-zu-stuttgart-21-sagen http://soziologie.posterous.com/was-wurde-luhmann-zu-stuttgart-21-sagen

Die FAZ sinniert heute darüber nach, was Niklas Luhmann zu den Demonstrationen und Protestbewegungen rund um den geplanten Stuttgarter Bahnhof sagen würde.

Für den Systemtheoretiker sei eine Protestbewegung ein Protest der modernen Gesellschaft gegen sich selbst. Der Stabilitätsfaktor stelle eine Form der Bewegung dar und die Suche nach Verständigungen würde dem Konflikt vorübergehend eine haltbare Form geben. Der Protest möchte sich stets selbst aufrecht erhalten. Daher hätten Schlichtungsgespräche den Sinn, Material für neue Konflikte herbeizuschaffen.

Der FAZ-Autor Gerd Roellecke geht soweit zu behaupten, dass bei S21 schlechtem Geld Gutes hinterher geworfen werden, da man den Protestierern finanziell entgegen komme.

Schöne systemische Paradoxie lesen wir in Sätzen Roelleckes wie: „Der Protest richtet sich gerade gegen die Funktionserfüllung, und die Protestierer sind im Recht, nicht weil sie recht haben, sondern weil sie protestieren. An der Form des Protests bricht sich jede Funktionalität“

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Tue, 26 Oct 2010 04:23:05 -0700 Öffnung der Öffentlichkeit: Über die Grenzen digitaler Demokratie http://soziologie.posterous.com/offnung-der-offentlichkeit-uber-die-grenzen-d http://soziologie.posterous.com/offnung-der-offentlichkeit-uber-die-grenzen-d

Hans Geser, Emeritus der Universität Zürich, schreibt heute in der NZZ über den Wandel der Öffentlichkeit im Internet. Vor-und Nachteile der Kommunikation im Social Web (Web 2.0 / Social Media) werden beschrieben. Auf den Wandel der Machtverhältnisse geht er ebenfalls ein. Obwohl nun eine mediale Kommunikation von „Many-to-One“ und „Many-to-Many“ möglich sei und nicht allein das von Habermas stark kritisierte massenmediale „One-to-Many“, würde das Internet entpolitisierend wirken. Es gäbe keinen kollektiven Druck und Machtausübung auf deutsche Pharmaunternehmen, um Preise zu senken. Der Kauf-Klick auf ein Medikament aus einer ausländischen Online-Apotheke sei einfacher.

Breite Meinungsvielfalt könne gut durch Social Media erzeugt und symbolische Flash-Mobs über Facebook organisiert werden. Dennoch  seien schwer Handlungsstrategien fürs Kollektiv erstellbar, die im institutionellem Gefüge der Gesellschaft eine verlässliche Rolle spielen könnten.

Traditionelle Eliten würden sich dem Online-Diskurs versperren (Zeitungsredakteure zB gäben ihre Email-Adressen nicht preis) und so könnten sie diese potenten Mechanismen der Konsensfindung und Entscheidungsfindung schwer eingebunden werden.

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Fri, 15 Oct 2010 16:19:01 -0700 Nassehi trifft auf Sarrazin http://soziologie.posterous.com/nassehi-trifft-auf-sarrazin http://soziologie.posterous.com/nassehi-trifft-auf-sarrazin

Am 20.09  traf der Münchner Soziologe Armin Nassehi zu einem Streitgespräch mit Thilo Sarrazin. Aus der Münchner Reithalle wurde zeitweise eine Stimmung wie damals im Berliner Sportpalast, so sehr wurde Nassehi vom bürgerlichen Publikum bei seinen Sarrazin- Kritiken angefeindet.

Der Bericht in der SZ:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/politik/sarrazin-wirbel-um-auftr...

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Fri, 15 Oct 2010 16:16:46 -0700 Soziologentag zum 100. Geburtstag der DGS http://soziologie.posterous.com/soziologentag-zum-100-geburtstag-der-dgs http://soziologie.posterous.com/soziologentag-zum-100-geburtstag-der-dgs

Heute  berichtete die Frankfurter Rundschau über den Jubiläumskongress zum 100jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Es mangele deutlich an großen Theorieentwürfen, vielmehr beschäftige sich die Soziologie nun mit allem Menschlichen. Es gäbe fast nichts mehr, was nicht soziologisch relevant sei. Bindestrich-Soziologien wie Eliten-, Marken- oder Raumsoziologie blühten weiterhin auf. Der Kongress beschäftigte sich des Jubiläums willen auch mit den Klassikern und der Geschichte der Soziologie und den Wandel ihrer gesamtgesellschaftlichen Relevanz und Leitfähigkeit.

Wie zu erwarten war, bekamen Migrations-und Inklusions-/Exklusionsthemen eine besondere Aufmerksamkeit auf dem Kongress.

 

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Wed, 04 Aug 2010 01:31:37 -0700 SZ rezensiert 2 neue Luhmann-Buecher http://soziologie.posterous.com/sz-rezensiert-2-neue-luhmann-buecher http://soziologie.posterous.com/sz-rezensiert-2-neue-luhmann-buecher

Die Süddeutsche Zeitung rezensiert folgende neu erschienene Bücher über die zeitgenössische Wirkungskraft des Werkes Luhmanns:

Es wird betrachtet, wie sich die Weiterarbeit an der Systemtheorie Luhmanns entwickelt hat. Beschreibungen seiner Schüler über  Begegnungen mit Niklas Luhmann kommen nicht zu kurz. Beide Bücher sollen sich gut als Einstieg in sein Denken eignen.

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