Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit

Ehepaar Beck über Fernbeziehungen

DIE ZEIT interviewt Elisabeth Beck-Gernsheim und Ulrich Beck zu ihrem neuen Buch über Fernbeziehungen.

Beide sind sehr erfahren in Fernbeziehen, Ulrich Beck lehrt in London und seine Frau in Trondheim, Norwegen.

Für Beck gibt es zwei Feinde der Liebe: die Nähe und die Ferne. Dennoch sagt er wörtlich:

 

„Unsere Zeit ist noch radikaler, also noch romantischer: Die Liebenden befreien sich nun auch von den Fesseln des gemeinsamen Ortes, der gemeinsamen Sprache, der gemeinsamen Staatsangehörigkeit.“

 

Fernliebe sei  eine Liebe ohne Sexualität und ohne Alltag. Diese Liebe, die über Email, Facebook und Skype stattfände, brauche Vertrauen, Regelmäßigkeit und Planung. Diese Mischung aus Freiheitswunsch und Vertrauensforderung wirke wie die Quadratur des Kreises. Letztendlich müsse sich das Fernbeziehungspaar diesen Herausforderung stellen, sie würden nicht von selbst gelöst. Wichtig wäre das Lieben von Unterschieden.


 

 

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Habermas: Rettet die Würde der Demokatie

In der FAZ kommentiert Jürgen Habermas einen Artikel von Frank Schirrmacher, der die Referendumsforderung aus Athen als Verramschung der Demokatie bezeichnet, und fordert somit die Rettung der Würde der Demokratie.

 

 

Papandreou stellt für Habermas ein Politikertyp dar, der am Spagat zwischen Bürger/Demokratie und Finanzexpertum scheiterte. Nach der Aufgabe des Referendumsvorhabens schnellte der Euro und Leitindizes der Börse in die Höhe.  Er habe sich den Verdienst erarbeitet, den Konflikt zwischen Euro-Staaten und Banken für wenige Schrecksekunden in „jene Arena zurückgeholt, wo aus Betroffenen Beteiligte werden können“.

 

Das griechische Desaster sei eine deutliche Warnung an den postdemokratischen Weg von Merkel und Sarkozy. Es müsse darüber hinaus auf supranationaler Ebene politische Handlungsfähigkeit hergestellt werden, vor allem um Beschlüsse global durchzusetzen.

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Hans-Ulrich Wehler zum 80.Geburtstag

Der Tagesspiegel portraitiert zum 80. Geburtstag die soziologische Seite des bekannten Historikers Hans-Ulrich Wehler.

Dabei habe ich erfahren, dass er mit Jürgen Habermas die Schulbank drückte. Mir gefällt besonders gut an Wehler, dass er ein Historiker ist, der Forderungen an die Politik und Gegenwart stellt und nicht nur Geschichte beschreibt. Das soll vor allem in seinem fünfbändigen Opus Magnum „Deutschen Gesellschaftsgeschichte“ deutlich sichtbar sein, das ich zugegebenermaßen noch nicht vollständig gelesen habe.

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Beck über protestierende Europäer

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Im Spiegel 34/2011 (ohne Link) verfasst Ulrich Beck ein Essay über empörte Europäer und wie zusammen gewonnen oder einzeln verloren werden kann.

(Bin gerade nur mit SmartPhone unterwegs, kann nicht länger schreiben)

Posted from Wietzendorf, Germany

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Süddeutsche Zeitung 24.08.11

Handynotiz:

- Portrait über Rudolf Stichweh zum 60.Geburtstag
- Lepsius über Max Weber,Hitler und Charisma
- Rezension von Axel Honneths Buch "Das Recht der Freiheit"
- Nachrufe auf den studierten Soziologen und Ehrenmitglied der DGS Loriot, Vicco von Büloe

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LondonRiots: Aufruhr der Konsumgesellschaft

In der WeltKompakt wird der Soziologe Paul Bagguley von der Uni Leeds zu den augenblicklichen London Riots befragt, die für ihn sowohl aus Männern in Straßenschlachten als auch aus plündernden Frauen und Kindern bestehen.

Die Randalierer hätten  zwar keine  politische Agenda, seien jedoch mit der Politik und deren Vertretern unzufrieden, die als Elite kein Interesse mehr an den Problemen der Bürger habe. Die Entfremdungsproblematik habe sich enorm verstärkt

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Nassehi über Potenz der Populisten

Heute schreibt Armin Nassehi  in der SZ über den Erfolg der populistischen Partei „Wahre Finnen“ in Finnland.  

 

Interessanterweise seien populistische Parteien modern als auch unmodern. Unmodern, weil sie mit dem Pluralismus in Gesellschaft nicht zurecht kämen. Als modern könnten sie beschrieben werden, da sie wie eine Schicksalsgemeinschaft Solidarität unter Fremden stifteten. Komplexe gesellschaftliche Probleme würden auf leicht verständliche, einfache Nenner und Lösungen gebracht, die schneller seien als langsame politische Verfahren. Nassehi bezeichnet Demokratie als "Langsamkeitsgenerator", da Unterbrechungen und Kompromisse in Entscheidungsverfahren eingebaut würden.

 

Potent seien populistische Parteien deshalb, weil der Gemeinschaftsaspekt in einer Welt der Unübersichtlichkeiten und unplausiblen Entscheidungen wichtiger werde. Aus Sachdebatten würden Probleme der Zugehörigkeit. Das lasse sich sehr deutlich ablesen bei den „Wahren Finnen“, die sehr europakritisch und migrantenfeindlich seien.

 

 

 

 

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Ulrich Beck vergleicht Tschernobyl mit Fukushima

In der FAZ wird der Risikoforscher Ulrich Beck anlässlich des 25. Jahrestages von Tschernobyl interviewt.

Fukushima könnte nicht mehr wie Tschernobyl den Sozialisten die Schuld zugewiesen werden, da die japanischen Sicherheitsstandards den Deutschen gleichen. Fukushima würde die Herzen der Menschen berühren, weil es ein globaler medialer Livekrimi sei, der in jedem Wohnzimmer stattfände.

 

Die Bundesregierung habe einen enormen Vertrauensverlust erzeugt, als aus monetären Gründen ein Ausstieg aus dem Atomausstieg vollzogen wurde. Nun würde der neue Ausstieg – nach Fukushima – als konsensbildendes nationales Gemeinschaftsprojekt inszeniert.

 

Bei atomaren Katastrophen versagten die kognitiven Instrumente von Kausalität und Verantwortung. Wie bei einer Bankenkrise würden die Kosten eines GAUs auf den Steuerzahler abgewälzt. Damit wäre die Kernkraft eine staatssozialistische Industrie.

 

In Risikogesellschaften (so auch der Titel von Becks Buch, das kurz nach Tschernobyl erschienen ist) würden Unsicherheiten depolitisiert und Abwicklungsroutinen könnten moralische Sprengkräfte neutralisieren. Das hätte in Fukushima nicht mehr funktioniert, Hilfsmaßnahmen wirkten chaotisch und dieser Fortschrittsvertrag ausgehebelt.

 

Ulrich Beck wird zu seiner Rolle in der Ethikkommission Atomkraft befragt und stellt klar, dass keine ethischen Gebote mehr aufgestellt werden könnten. Es ginge nicht um demokratische Partizipation bei Entscheidungen. Zitat Beck: 

„Ein Großteil der neueren technischen Entwicklung bewegt sich jenseits der Versicherungsgrenze. Genetische Labors, atomare Forschungsinstitute oder auch neue Produkte aller Art sind einfach nicht privat versichert. Wenn sie aber keine private Versicherung haben, müssen sie zum öffentlichen Thema werden“ 

 

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Habermas:Merkels von Demoskopie geleiteter Opportunismus

In der SZ verfasst Jürgen Habermas einen Gastbeitrag zu Merkels Politik.

Er bringt ihren aktuellen demoskopiefokussierten Politikstil in Verbindung mit einer Wortschöpfung der New York Times über George W.Bush: post-truth democracy

Habermas schreibt:
„In dem Maße, wie die Politik ihr gesamtes Handeln von der Konkordanz mit Stimmungslagen abhängig macht, denen sie von Wahltermin zu Wahltermin hinterherhechelt, verliert das demokratische Verfahren seinen Sinn. Eine demokratische Wahl ist nicht dazu da, ein naturwüchsiges Meinungsspektrum bloß abzubilden; vielmehr soll sie das Ergebnis eines öffentlichen Prozesses der Meinungsbildung wiedergeben.“

Die großen Ideen wären nicht mehr sichtbar in der Regierung, die Bürger spürten die normativ entkernte Politik, der es nur um den nächsten Wahlerfolg ginge.

Habermas beobachtet die Entwicklung von Polit-Talkshows und nimmt ein Zusammenwachsen der politischen und medialen Klasse wahr.

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Dirk Baecker: was haben heutige Liberale mit Liberalismus zu tun?

 

Dirk Baecker spricht im SWR-Interview  über Zukunftsfähigkeit, Panikkonstrukte und die Frage, was heutige Liberale mit Liberalismus zu tun haben.

Neoliberalismus ist für ihn ein Panikkonstrukt, weil sich der westliche vom östlichen Liberalismus bedroht fühlt.

Liberale Denker wie Hayek gingen davon aus, dass die Gesellschaft Fehler von Indidividuen wieder ausgleichen und korrigieren könnten. Liberales Denken und auch die FDP ging, so Baecker, jedoch nicht von dem Fall aus, dass ganze Staaten und Großorganisationen wie Banken massive Fehler machten.

Interessante Frage für Baecker: Wieviel staatliches bzw kollektives Handeln brauchen wir heute, um den schwachen freien Willen des Einzelnen  entgegenzutreten?

/via @autopoiet

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